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Welt-Baum-Nachrichten

zusammengestellt von Fred Hageneder

 

Biodiesel zerstört Regenwälder

Aug 2009

 

Sieben Milliarden Bäume für die Erde

Aug 2009

 

Clayoquot Sound: Ein Wegbereiter

Juni 2009

 

Biber zurück in Schottland

März 2009

 

Der Drogenanbau tötet Bäume und Menschen

März 2009

 

Die Libanonzeder auf der Roten Liste!

Feb 2009

 

Die globale Entwaldung ist teurer als die Finanzkrise

Okt 2008

 

Stadtverwaltung Swindon (England) zerstört 800 Jahre alte Eibe

Sept 2008

 

Hoffnung für die Taiga

Aug 2008

 

Großbritannien ist der zweitgrößte Abnehmer illegalen Holzes

Aug 2008

Besserer Schutz für uralte Bäume in Großbritannien

Jul 2008

 

Älteste Fichte der Welt in Schweden gefunden

Feb 2008

 

Olivenbäume für den Frieden der West Bank

Aug 2004

 

USA zerstören alte Bäume im Irak

Feb 2004

 

USA starten globale Initiative gegen illegales Abholzen

Jul 2003

 

Riesiges Ölfeld in Kolumbien verschwindet nach Indio-Gebeten

Mai 2002

 

Mehr über die U'Wa und ihr 'Defense Project'

 

Rückkehr des Wolfes nach Deutschland

Okt 2001
 

Strom aus Bäumen

Dez 2001

 

Urwald bei London entdeckt

Okt 1998

 

Seuchen aus dem Regenwald

 

Aug 2009
Biodiesel zerstört Regenwälder
Biodiesel kann man aus verschiedenen Pflanzen gewinnen, aber die meisten Firmen benutzen Palmenöl, weil dies viel billiger ist als ide nachhaltigeren Alternativen wie Rapsöl. Unglücklicherweise jedoch ist Palmöl eines der umweltschädigendsten der Bio-Öle.

Regierungen wie die britische unter Tony Blair unterzeichneten zu voreilig und unüberlegt Verträge über riesige Biodiesel-Palmöllieferungen, die für Jahre gültig sein sollen aber bereits begonnen haben, zu enormer Regenwaldzerstörung beizutragen.

Palmöl findet sich übrigens auch in Margarine, Brot und Keksen, wo es meist als "Pflanzenfett" deklariert wird. Aber es ist der Biodiesel, der global den Unterschied macht: Allein in Großbritannien haben die zwölf größten Ölfirmen im Jahr bis April 123 Millionen Liter Palmöl an Tankstellen ausgeliefert (nach Informationen der Times, 15 Aug 2009).

Nach einer EU-Richtlinie, die versucht, die Treibhausgase zu verringern, muß jede Ölfirma ihrem insgesamt verkauften Kraftstoff 3,25 % Bio-Öl beimischen. Diese Menge wird sich bis 2020 voraussichtlich auf 13 % erhöhen.

Aber dieser Schuß geht auf dramatischste Weise nach hinten los, denn es wird im großen Stil Regenwald gerodet, um Palmenplantagen anzulegen. Das Verbrennen des Regenwaldes setzt aber so viel Kohlenstoff frei, daß Palmenplantagen bis zu 840 Jahre bräuchten, um diese Menge wieder zu kompensieren!

Zur Zeit erfüllen die Ölgesellschaften ihre "Bioquoten", indem sie dem Diesel ca. 5% Pflanzenöl beimischen. Aber die großen Ölgesellschaften vermieden es bisher, anzugeben, wie das Land der Plantagen vorher genutzt wurde, weil es sich eben allzu oft um illegal zerstörte Regenwald handelt. Der Druck auf die Ölfirmen nimmt nun allerdings zu.

Read full article at http://www.timesonline.co.uk/tol/news/environment/article6796876.ece

Take a look at the graphic Rape of the Rainforest regarding oil companies and sustainability: http://www.timesonline.co.uk/multimedia/archive/00601/tthrapeoftherainfor_601558a.pdf

Um permanent ein Auge auf den Regenwald zu haben besuchen Sie bitte www.regenwald.org



Aug 2009

Sieben Milliarden Bäume für die Erde

Das Umweltprogramm der Vereinten Nationen (United Nations Environment Programme, UNEP) hat eine große weltweite Kampagne gestartet. Unter dem Namen Plant for the Planet: Billion Tree Campaign (Pflanzen Sie für den Planeten – Die Milliarden-Bäume-Kampagne) werden Individuen, Gemeinden, Firmen und die Industrie dazu aufgerufen, online Baumpflanz-Aktionen zu planen und durchzuführen. Das Ziel sind 1 Milliarde junger Bäume pro Jahr. Das erste Jahr war ein voller Erfolg und hat sogar die 2-Milliarden-Marke überschritten!

Nun ruft die UNEP dazu auf, mit privaten und gemeinschaftliche Aktionen bis zum Ende dieses Jahres (2009) sieben Milliarden Bäume zu pflanzen – so viele, wie es Menschen auf der Erde gibt.

Die Kampagne legt besonderen Wert auf einheimische Bäume und solche, die dem jeweiligen Ökotop angemessen sind.

Besuchen Sie www.unep.org/billiontreecampaign



Juni 2009

Clayoquot Sound: Ein Wegbereiter

Die Schritte zum umfassenden Schutz des einzigartigen Urwaldes des Clayoquot Sound auf Vancouver Island, sind nicht nur wegweisend für British Columbia, sondern für ganz Kanada, wenn nicht ganz Nordamerika. Der zukunftsträchtige Ansatz für Umweltschutzgruppen liegt darin, die Integrierung der Landnutzungspläne der Ureinwohner in die regionalen und nationalen Gesetzesentwürfe zu unterstützen.

Dies würde auch zu dem besonderen Schutz heiliger Bäume führen. Zum Beispiel hat der Stamm der Hupacasath (ein Stamm der Nuu-chah-nulth-Gruppe) einen Landnutzungsplan vorgelegt, der den besonderen Schutz der Riesen-Thuja (redcedar, Thuja plicata) und der Nootka-Scheinzypresse (yellow-cedar, Callitropsis nootkatensis) sowie deren umgebenden Ökosysteme vorsieht. Mehr lesen (englisch) …



März 2009

Biber zurück in Schottland

Vier Biberfamilien wurden von Norwegen (Telemark) nach Schottland (Knapdale, Argyll) versetzt. Dies ist ein Teil des wissenschaftlichen Programms der Wiederbeheimatung dieser Tierart in Schottland.

Die Auswilderung begann im Frühjahr 2009, nachdem die Tiere sechs Monate in Quarantäne verbracht hatten.

Die Wiedereinführung wird geleitet von dem Scottish Wildlife Trust und der Royal Zoological Society of Scotland. Die wissenschaftliche Beobachtung übernimmt Scottish Natural Heritage.

Bleiben Sie auf dem Laufenden unter www.scottishbeavers.org.uk



März 2009

Drogenanbau tötet Bäume und Menschen

Seit die USA und die UN Afghanistan von den Taliban "übernommen" haben, stieg die jährliche Opiumproduktion um 5.400 % (!): 150 Tonnen 2001, 8.200 Tonnen 2007. Aus der Ernte von 2007 wurden 820 Tonnen Heroin hergestellt, und an der Grenze nach Usbekistan fanden sich UNO-Soldaten in der seltsamen Situation wieder, die Konvois schwarzer Jeeps durchzuwinken zu müssen. Alle Flächen, die dem Mohnanbau dienen, gehen natürlich dem Nahrungsmitelanbau und der Wiederbewaldung verloren. Und die chemischen Abfallprodukte bei der aufwendigen Heroinherstellung verseuchen weiteres Land.

Doch schlimmer noch für die Bäume ist die Situation in Lateinamerika, in Ländern, die vom Kokain beherrscht werden. Hier, im Gegensatz zu Afghanistan, haben die Vereinigten Staaten sogar mal geholfen, 1,15 Mio. Hektar Koka zu vernichten. Aber z.B. in Kolumbien hat das nicht zu einer Abnahme der Produktion geführt. Am 13. März 2009 titelte The Guardian Weekly "Latin America declares war on drugs a failure [Lateinamerika erklärt das Versagen des Krieges gegen die Drogen]".

In Lateinamerika gibt es nun bewaffnete Banden, die neue Anbauflächen für Koka suchen. Dazu erschießen und vertreiben sie die Waldbewohner und vernichten den Regenwald. "Allein in der ersten Hälfte 2008 wurden auf diese Weise 270.000 Kolumbianer obdachlos" (The Guardian Weekly). Die Situation in Venezuela ist nicht besser.

Die kolumbianische Regierung hat eine Website kreiert, um auf "Kolumbiens Ökozid durch Kokain" aufmerksam zu machen: http://www.sharedresponsibility.gov.co/en/



Feb 2009

Die Libanonzeder auf der Roten Liste!

Ein undatiertes Foto wurde am 2. Februar 2009 vom Pressebüro des Shouf Cedar Nature Reserve herausgegeben. Es zeigt eine von Schnee bedeckte Libanonzeder im Baruk Wald in der bergigen Shouf Region südöstlich von Beirut.

Die majestätischen Zedern des Libanon haben die Jahrhunderte überdauert, aber nun bedroht der Klimawandel das hochgeschätzte Nationalsymbol.

Verschiedene Zivilisationen haben ihr hartes und dauerhaftes Holz durch die Geschichte hindurch genutzt, aber nun stehen die letzten verbliebenen Zedern des Libanon auf der Roten Liste der International Union for Conservation of Nature als "hochgradig gefährdete Art".
 

AFP PHOTO/HO == RESTRICTED TO EDITORIAL USE
research key words:
cedar of Lebanon, Shouf Cedar Nature Reserve, AFP, Ahmad Khatib



Okt 2008
Globale Entwaldung ist teurer als die Finanzkrise
Die schwindenden Wälder der Erde kosten mehr als die Finanzkrise: 5 Billionen US$ pro Jahr. Umweltschützer hoffen, dass diese ernüchternde Bilanz, ermittelt von einer Arbeitsgruppe im Auftrag der EU, den politischen Willen zum Schutz der Wälder etwas stimuliert.

Lesen Sie mehr: http://www.spiegel.de/international/world/0,1518,583463,00.html



Sept 2008

Stadtverwaltung Swindon (England) zerstört 800 Jahre alte Eibe

Eine uralte Eibe, auf 800 Jahre geschätzt, "vollkommen gesund" und von "besonderer literarischer und geistiger Bedeutung", fiel am 25. September 2008 auf Anweisung der Stadtverwaltung von Swindon der Axt zum Opfer. Der Zeitpunkt war sorgfältig ausgewählt, um nicht von den vielen Gegnern der Aktion bemerkt zu werden.




Aug 2008

Hoffnung für die Taiga

Der Fortbestand der Taiga hat schon viel Sorge ausgelöst, besonders seit Anfang 2007 das geänderte russische Waldgesetz in vielerlei Hinsicht den Holzhandel eindeutig über den Umweltschutz stellt.

Aber andrerseits machen sich seit 2004 verschiedene russische Behörden auch ernsthafte Gedanken zum Schutz des sibirischen Waldes. Zu Beginn erwog man Zertifikations-Programme wie die des FSC (Forest Stewardship Council), schuf dann aber komplexe Kooperationen mit verschiedenen britischen Umweltorganisationen.* 2007 sagte die Darwin Initiative finanzielle Unterstützung zu, und unter Führung des Tree Council begann ein Dreijahresplan.

Seither wurde der Kaltaiskii Wald in der Provinz Tomsk als ein Modell für FSC-Zertifikations ausgewiesen, und für sechs weitere Gebiete in der Region läuft das Verfahren zur Ausweisung als besonderes Schutzgebiet (Special Protected Area). Und FSC-Prinzipien werden in den Forstplan der Provinz Tomsk integriert.

Weitere Ziele sind, Gebiete mit hoher Artenvielfalt ausfindig zu machen und gesondert zu schützen, ökologische Studien und andauernde Beobachtung auszuführen, die existierende nachhaltige lokale Produktion (Privat- und Kleinbetriebe) von Waldprodukten zu unterstützen, an einem allgemeinen Bewußtseinswandel über den Wert des Waldes zu wirken, und Ökotourismus zu entwickeln.

* Mitwirkend am Tomsk Taiga Projekt sind The Tree Council, der British Trust for Ornithology, Cambridge University Expeditions Society, Pricebatch (Altai-UK), Traidcraft und WTA Education Services Ltd.

www.tomsktaiga.net

Die Taiga, auch bekannt als borealer Wald, ist ein Gürtel, der aus hauptsächlich aus Nadelwald besteht und ein Drittel der Gesamtwaldfläche der Welt ausmacht (!). Das Wort selbst ist russisch, aber diese Waldform bedeckt auch weite Teile Nordamerikas, Europas und eben Rußland und Sibirien selbst. Die dominanten Baumgattungen sind Fichte (Picea), Tanne (Abies), Kiefer (Pinus) und Lärche (Larix), mit ein paar Laubbäumen wie Erle und Espe.

(TreeNews, Issue 15, Autumn/Winter 2008, S. 26-7)



Aug 2008

Großbritannien ist der zweitgrößte Abnehmer illegalen Holzes

Im Sommer 2008 veröfentlichte der World Wildlife Fund Deutschland einen Bericht, der enthüllt, dass fast 20 % des in die EU eingeführten Holzes aus illegalen Quellen stammt. Großbritannien ist dabei der zweitgrößte Abnehmer, nur übertroffen von Finnland.

Großbritannien ist Europas größer Importeur von Möbeln, anderen Holzfertigprodukten sowie Sperrholz. 2006 wurden 3,5 Mio. Kubikmeter illegalen Holzes eingeführt.

Insgesamt importierte die Europäische Union 2006 zwischen 26,5 und 33,1 Mio. Kubikmeter illegalen Holzes. 23 % der Importe aus Osteuropa stammten aus illegalen oder verdächtigen Quellen, 40 % der Importe aus Südostasien, 30 % aus Lateinamerika und bis zu 56 % aus Afrika. Der Bericht spürt zehn Haupthandelsrouten auf, die wichtigste führt über Rußland. Die Hälfte dieses Holzes gelangte dann über Finnland auf den euopäischen Markt.

Zumindest in Großbritannien hat der dem Report folgende Druck des WWF etwas bewirkt, in den zwölf Folgemonaten unternahm die britische Regierung bereits einige ernsthafte Schritte zur Besserung der Situation.

Den gesamten Bericht gibt es unter http://assets.panda.org/downloads/illegal_wood_for_the_european_market_july_2008.pdf



Jul 2008

Besserer Schutz für uralte Bäume in Großbritannien

Viele Menschen sind erstaunt, wenn sie erfahren, dass ausgerechnet Großbritannien mit seinen unverhältnismäßig vielen alten und uralten Bäumen keine Schutzvorschriften für diese hat.

Seit Jahren arbeiten das Tree Council und seine Partnerorganisationen der Green-Monument-Kampagne (Woodland Trust, Ancient Tree Forum) mit Nachdruck daran, dass Bäume Aufnahme finden können im Gesetz zum Schutz des nationalen Erbes (Heritage Protection Bill). Und endlich ist die Regierung auf dieses Thema aufmerksam geworden.

Der jüngste Entwurf zur Änderung des Gesetzes erschien im Juli 2008. Der gegenwärtige Antrag sieht vor, dass einzelne Bäume oder Baumgruppen unter den Schutz des besagten Gesetzes (Heritage Protection Bill) gestellt werden können, wenn sie eine bestimmte nationale Bedeutung haben oder aus kulturellen, historischen, architektonischen oder ökologischen Gründen.

"Solche alten Bäume sind ein wichtiges Bindeglied zwischen uns Menschen und der Artenvielfalt der Natur," sagt Pauline Buchannan-Black, Leitende Direktorin des Tree Council. "Sie sind Landmarken, und ihre Bedeutung für das kulturelle Leben spiegelt sich über Jahrhunderte hinweg in Dokumenten und Kunstwerken. Da gibt es z.B. Eiben, deren Leben womöglich begann, als Stonehenge konstruiert wurde, und Eichen, die schon vor der Invasion der Normannen standen. Und der ursprüngliche Bramley-Apfelbaum trägt immer noch."

(TreeNews, Issue 15, Autumn/Winter 2008, S. 9)



Feb 2008

Älteste Fichte der Welt in Schweden gefunden
Im Frühjahr 2008 wurde eine 9.550 Jahre alte Fichte vom Berg Fulu in der schwedischen Provinz Dalarna zum ältesten Baum der Welt erklärt.

Der gegenwärtig dort stehende kleine Baum ist jedoch garnicht so alt, aber unter seiner Krone fanden Wissenschaftler vier "Generationen" von Fichtenmaterial in Form von Zapfen und Holzstücken. Die Datierung der Stücke mit der Radiokarbonmethode in einem Labor in Miami, Florida, ergab Alter von 375, 5.660, 9.000 and 9.550 Jahren. "Klare Hinweise darauf, dass die Stücke denselben genetischen Code besaßen wie das Gewächs, unter dem sie gefunden wurden", legen nahe, so die schwedischen Wissenschaftler, dass dieser Baum über diesen ganzen riesigen Zeitraum lebendig war. Das ist denkbar, weil Fichten fähig sind, sich über Wurzelableger zu vermehren, also sich zu klonen.

Diese Vorverlegung der Ankunft dieser Baumart in Schweden stellt die gängige Theorie in Frage, dass die Fichte von Osten nach Skandinavien gekommen sei. Fichten sind fähig, sehr harte Wetterbedingungen zu überleben, aber könnten die Samen am Ende der letzten Eiszeit tatsächlich 1.000 Kilometer Inlandeis überquert haben?

Daher verfolgt Leif Kullman, Professor für Physikalische Geographie an der Universität Umea, eine andere Spur: Die Fichte könnte in Gebieten westlich oder südwestlich von Norwegen die Eiszeit überdauert haben und sich dann entlang des eisfreien Küstenstreifens wieder nach Norden bewegt haben. "So oder so, irgendwie hat sie ihren Weg in die schwedischen Berge gefunden."

(TreeNews, Issue 16, Spring/Summer 2009, S. 27)



Olivenbäume für den Frieden der West Bank
Das alte jüdische Festival, Tu B’Shevat, ist das Neujahr der Bäume. Es war nur ein kleines Festival in der Vergangenheit, aber seine spirituelle Kraft wächst, dem Shalom Center zufolge „die jüdische Verbindung zum Land ehren und die Botschaft bekräftigen, dass es die Pflicht eines Juden ist, ein verantwortungsvoller Hüter der Erde zu sein, die letztendlich Gott gehört.“ Bäume pflanzen wird wieder zur heiligen Tat.

Die Rabbis für Menschenrechte (RHR) schreiben: „Wir sind uns bewußt, dass Bäume auch den Palästinensern heilig sind, und ganze Gemeinschaften sind von den Olivenbäumen abhängig, im besonderen um ihren Lebensunterhalt zu verdienen. In der gegenwärtigen Intifada wurden tausende palästinensischer Olivenbäume zerstört … Nur wenn wir die Zerstörung der Bäume verhindern und das Recht der palästinensischen Bauern, ihre Oliven zu ernten, schützen, werden wir diesen Feiertag auch wirklich ehren.“

Dem israelischen Verteidigungsminister Binyamin Ben-Eliezer zufolge hat Israel etwa 1.375 Morgen der palästinensischen Plantagen entwurzelt und etwa 1.125 Morgen Getreidefelder zerstört.

Jedes Jahr zur Erntezeit (Oktober/November) der Oliven, helfen Mitglieder der RHR und andere israelische Friedensorganisationen den palästinensischen Bauern bei der Ernte, was auch den Schutz der Bauern und der Bäume vor körperlicher Gewalt mit einschließt.

Seit den Tagen Noahs ist die Olive ein Symbol des Friedens und des Wohlstands. Die RHR verurteilt alle illegalen Handlungen gegen die Olivenbäume als einen klaren Verstoß gegen das Gebot der Torah, keine Bäume zu zerstören, auch nicht in Kriegszeiten.

Mehr Infos unter www.rhr.israel.net.

Quelle: 'TreeNews' Herbst/Winter 2004



USA zerstören alte Bäume im Irak
Der Irak hatte die höchste Konzentration von Dattelpalmen der Erde. In den sechziger und siebziger Jahren brachten ungefähr 30 Millionen Bäume einen jährlichen Ertrag von über 578.000 Tonnen hochwertiger Datteln, nach dem Erdöl das zweitgrößte Exportvolumen des Landes.

Aber der Iran-Irak Krieg in den achtziger Jahren (ein einziger Vorfall zerstörte die fünf Millionen Bäume des südlichen Anbaugebietes Ras al-Bisha) und die zerstörerische Agrarpolitik von Saddam Husseins Regime verringerte die Anzahl der Dattelpalmen im Irak auf etwa 13 Millionen (43% des ursprünglichen Bestandes).

Die US-Regierung behauptet, an diesem Problem zu arbeiten. Eine Vereinbarung, die im Februar 2004 getroffen wurde, gibt an, dass das USAID Agricultural Development Program beabsichtigt, 40.000 Dattelpalmen (0,0013% des ursprünglichen Bestandes) für die Obstplantagen und Baumschulen zu kaufen, während das irakische Landwirtschaftsministerium die Mittel für Land, Personal, Logistik und die Instandhaltung der Obstplantagen aufbringt.

Die Luftangriffe der amerikanischen und englischen Militärs im März 2003 fielen nichtsdestotrotz mit der Bestäubungszeit der Dattelpalmen zusammen und brachten allen Hoffnungen auf eine reiche Ernte in jenem Jahr ein jähes Ende. Was 2004 betrifft, berichtet der Journalist Patrick Cockburn im „Independent“:

„Im Zentral-Irak benutzen US-Soldaten Bulldozer, mit Jazz aus den Lautsprechern dröhnend, um alte Dattelpalmen-Haine wie auch Orangen- und Zitronenbäume zu entwurzeln. Das war Teil der neuen Politik zur kollektiven Bestrafung der Bauern, die keine Informationen über die Guerillas, die die US-Truppen angreifen, preisgeben.“

Und was ist, wenn jemand wirklich nichts weiß?

Quelle: 'TreeNews' Herbst/Winter 2004



USA starten globale Initiative gegen illegales Abholzen
Washington - Die USA haben eine globale Initiative gegen illegales Abholzen und damit zum Schutz der gefährdeten Regenwälder gestartet. Wie US-Außenminister Colin Powell am Montag mitteilte, soll den Entwicklungsländern unter anderem bei der Bekämpfung des verbotenen Holzhandels geholfen werden. Dafür würden die USA den örtlichen Polizeibehörden helfen und moderne Technologien zum Überwachen der Aktivitäten in den Wäldern zur Verfügung stellen.
Die Initiative konzentriere sich vor allem auf den Kongo und den Amazonas sowie auf die tropischen Wälder in Mittelamerika und Südostasien. Powell nannte als Beispiel für den illegalen Holzhandel Liberia, wo Präsident Charles Taylor die Einnahmen daraus verwendet habe, um Waffen zu kaufen. Nach Schätzungen der Weltbank gehen den Entwicklungsländern jährlich 10 bis 15 Milliarden Dollar durch illegales Abholzen verloren.
Quelle: dpa, 29.7.2003

Bundesumweltminister Jürgen Trittin hat die besondere Rolle Deutschlands und der Europäischen Union (EU) bei der Rettung der letzten Regenwälder hervorgehoben. Die EU setzt sich für einen umfassenden Ansatz zum effektiven Schutz der Regenwälder ein. Die jüngste amerikanische Initiative gegen das illegale Abholzen der Regenwälder bezeichnete der Minister als halbherzig: "Es reicht nicht aus, Entwicklungsländer mit modernen Technologien zur Überwachung illegaler Aktivitäten auszustatten. Nur ein weiterreichender Ansatz, der finanzielle Hilfen, die Sensibilisierung der Abnehmer illegal gewonnener Produkte sowie ein System von Anreizen und Sanktionen umfasst, wird das illegale Abholzen der Regenwälder wirksam eindämmen." Die Bundesregierung finanziert Waldprojekte im Rahmen der Entwicklungszusammenarbeit mit jährlich mehr als 125 Mio. ¤.
Quelle: dpa, 30.07.2003

http://www.tropenwaldnetzwerk-brasilien.de/themen/illegal/
http://www.waldportal.org/illegal/
http://www.regenwald.org/new/newsoftheweek/index.php




Riesiges Ölfeld in Kolumbien verschwindet nach Indio-Gebeten
1995 erwarb der US-Ölmulti Occidental Petroleum, kurz Oxy, die Schürfrechte für ein Ölfeld – eines der größten in Lateinamerika, so wird vermutet – an der Grenze des Stammesterritoriums der U'wa im Nordosten Kolumbiens.
Nahe dem Bohrloch begannen die Einheimischen, zu ihrem Gott Sira zu beten, mit der Bitte, das Öl tief in der Unterwelt vor dem weißen Mann zu verstecken. Und tatsächlich konnte kein Öl mehr gefunden werden. Die Firma hat seither etwa 100 Mio. Dollar investiert, uim bis zur Tiefe von 3600 Metern vorzustoßen, doch umsonst. Das Öl bleibt verschwunden und Oxy zieht nun endgültig ab.
Kann ein ganzes Ölfeld verschwinden? Für die U'wa keine Frage. "Der König des Geldes ist nur eine Illusion" sagen sie in einem Sendschreiben. Der Kapitalismus, der alles zerstöre, "hält uns für verrückt. Und das wollen wir auch bleiben, wenn wir dadurch nur weiter auf unserer lieben Mutter Erde leben können."
In ihrer Kosmologie ist das Öl das "Blut der Erde". Es ruht in der Tiefe, wo die Erdbeben herkommen, und hält alles Leben im Gleichgewicht.
Binnen weniger Jahrzehnte wurden die U'wa durch vom Weißen eingeschleppte Krankheiten schwer dezimiert und zählen heute nur noch um die 5000 Köpfe. Von den Nachbarstämmen werden sie "die denkenden Leute" genannt und ihre vornehme Aufgabe ist es, jeden morgen die Welt ins Dasein zu singen. Seit 1996 wurden die U'wa von dem jungen kalifornischen Öko-Aktivisten Terry Freitas unterstützt, der jedoch drei Jahre später ermordet wurde. Doch da waren die U'wa bereits zu globalen Ökohelden herangereift, die das Internet, Straßenblockaden sowie Gerichtsverhandlungen wirksam nutzten. Vor zwei Jahren peinigten sie den damaligen US-Vizepräsidenten Al Gore, der von seinem Vater Oxy-Aktien geerbt hatte.
Nun hat die staatliche kolumbianische Ölfirma Ecopetrol angekündigt, selbst nach dem verschwundenen Öl zu suchen.
Quelle: 'Der Spiegel' 21/2002



Mehr über die U'Wa und ihr 'Defense Project'
"Jedesmal, wenn eine Art ausgerottet wird, kommt der Mensch seiner eigenen Auslöschung einen Schritt näher. Jedesmal, wenn ein Volk Eingeborener ausgerottet wird, begibt sich ein weiteres Mitglied der großen Menschenfamilie auf eine Reise ohne Wiederkehr … Vielleicht werden wir, bevor die Gier in uns Wurzeln schlägt, fähig sein, das Wunder der Welt zu sehen und die Erhabenheit des Universums, das sich über den Rand einer Münze erstreckt."
Berito KuwarU'wa, U'wa Traditional Authority
(Quelle: http://www.leonardodicaprio.org)




Rückkehr des Wolfes nach Deutschland
Der Wolf, "der Freund des Waldes" (weil er die Rotwildbestände reguliert, die überall die Baumsprößlinge vernichten), kehrt langsam wieder nach Mitteleuropa zurück. Aus Verbreitungsgebieten in Nordrußland sowie den Karpaten (Rumänien und südwestliche Ukraine) migrieren Wölfe über Polen Richtung Deutschland. Während Exemplare aus den Abbruzzen (Italien) nach Südostfrankreich gewandert sind.
"Zum ersten Mal [seit 150 Jahren] haben Wölfe in Deutschland wieder in freier Wildbahn erfolgreich Nachwuchs aufgezogen", sagt Frank Mörschel, Biologe des World Wildlife Fund for Nature (WWF) und bezieht sich dabei auf die Wolffamilie (Wolfpaare binden sich fürs Leben), die sich auf dem Gelände des Truppenübungsplatzes Oberlausitz im Dreiländereck zwischen Deutschland, Polen und Tschechien niedergelassen hat. "Der Truppenübungsplatz liegt genau auf einer der uralten Wolfsrouten", erklärt Michael Gruschwitz vom sächsischen Umweltministerium begeistert, "ein riesiges Areal – völlig ruhig und sehr wildreich."
Quelle: 'Der Spiegel' 45/2001



Strom aus Bäumen
Professor Bernhard Wiltholt, Vorsitzender des Institutes für Biotechnologie an der ETH Zürich, sagt, die Energieversorgungsengpässe der Zukunft könnten durch Bäume und "Pflanzen, die aus Zuckerverbindungen oder direkt durch Photosynthese Elektrizität gewinnen" gelöst werden. "Mittels kleiner, weiträumig gestreuter Systeme, die jeder aufbauen kann, indem er ein paar Samen sät, könnte überall auf der Welt Energie geliefert werden." Je nachdem, wieviele solcher Bäume geplanzt würden, könnte die 'gewachsene' Strom ausreichen, um einen Kühlschrank oder einen ganzen Haushalt zu versorgen.
Quelle: 'The Ecologist', Dec 2001



Urwald bei London entdeckt
Ein etwa 2,5 km großes Stück prähistorischer Urwald wurde nahe dem Londoner Vorort Erith am Südufer der Themse entdeckt. Die Herkunft der bescheidenen Überreste von Eichen, Eschen, Erlen, Kiefern und Eiben liegt, nach Schätzungen, in der Jungsteinzeit … in der darüberliegenden Schicht finden sich Reste bronzezeitlicher Töpferarbeiten. Die Untersuchungen der Thames Archaeological Survey werden von Mike Webber geleitet.
(Quelle: ‘British Archaeology’, Oct 1998)



Seuchen aus dem Regenwald
Die Zerstörung des tropischen Regenwaldes wird oft begleitet von neuen, bisher unbekannten Seuchen. So wurden unbekannte Viruspartikel im Blut der Arbeiter entdeckt, die 1950 die Straße von Belém nach Brasília durch den Urwald schlugen. In der Folge erkrankten 11.000 Menschen mit hohem Fieber und Muskelschmerzen. Und die Konstruktion der Bahnstrecke von Lima nach La Oroya in Peru resultierte in einem Ausbruch des sog. 'Oroya-Fiebers'. Auch die Herkunft des Aids-Virus wird im tropischen Urwald vermutet.
Aufgrund seiner hohen Artenvielfalt birgt der Regenwald auch ein unbekanntes Potential an Virenarten – das durch die ökologische Destabilisierung dieser Gebiete freigesetzt werden kann. In Lateinamerika z.B. hat die Ausrottung der Wildkatzen und die enorme Zunahme der Landwirtschaft zu einer massenhaften Vermehrung von Nagetieren geführt, und somit auch zu einer Zunahme des Machupo-Virus. Andere Seuchen wie das Rift Valley-Fieber sind auf die zunehmende Verbreitung großer Viehherden und die mit Waldrodungen oftmals einhergehenden Moskitoplagen zurückzuführen. "Ein Wirtswechsel, beispielsweise von einem Nager zum Menschen", sagt der Virologe Kurt Roth vom Georg-Speyer-Haus, einem Aids-Forschungsinstitut in Frankfurt, "wird durch eine vorausgehende Massenvermehrung der Viren begünstigt.. Sie läßt die Chancen einer erfolgreichen Mutation wachsen."
Quelle: GEO

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